Feuchte Wände kosten Geld – Warum der U-Wert allein nicht reicht
Von ThermIQ
Nasse Wände heizen schlechter
Der U-Wert ist die zentrale Kennzahl für den Wärmeschutz einer Wand. Doch er beschreibt nur den trockenen Zustand. Dringt Regenwasser in die Fassade ein, verschlechtert sich der Wärmeschutz messbar — und zwar auf zwei Wegen zugleich.
Der Mechanismus: Warum Feuchte Wärme kostet
Wasser leitet Wärme rund 23-mal besser als ruhende Luft (λ ≈ 0,60 gegenüber ≈ 0,026 W/(m·K)). Füllt Feuchtigkeit die Poren eines Baustoffs, steigt dessen Wärmeleitfähigkeit. Die Bauphysik erfasst diesen Effekt über einen Feuchteumrechnungsfaktor nach EN ISO 10456.
Hinzu kommt ein zweiter, oft übersehener Effekt: Eine nasse Oberfläche kühlt beim Abtrocknen aktiv aus — die Verdunstungskälte entzieht der Wand zusätzlich Wärme.
Der Regelfall: rund 10 % Mehrverlust
Ein feldvalidierter Vergleich des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts IEA Annex 24 zeigt: Bei bewittertem, zweischaligem Mauerwerk erhöht die Regenwasseraufnahme den Wärmeverlust um rund 10 % — etwa zur Hälfte durch die höhere Wärmeleitfähigkeit des feuchten Materials, zur Hälfte durch die Verdunstungskühlung an der nassen Oberfläche.
Das ist kein theoretischer Maximalwert, sondern ein an realen, bewitterten Wandaufbauten gemessener Durchschnitt.
Der Worst Case: stark durchnässtes, ungeschütztes Mauerwerk
Bei stark durchfeuchtetem, ungeschütztem Mauerwerk fällt der Effekt deutlich größer aus. Nach dem Rechenverfahren der EN ISO 10456 steigt die Wärmeleitfähigkeit von Ziegel bei 3 bis 5 Volumenprozent Wandfeuchte rechnerisch um rund 35 bis 65 % gegenüber dem trockenen Material.
Solche Feuchtegehalte sind allerdings ein Sonderfall. Sie treten vor allem auf bei:
- schlagregenexponierten Fassaden ohne wirksamen Witterungsschutz,
- Putzschäden und Rissen, durch die Wasser eindringt,
- der Neubau-Austrocknung, die typischerweise zwei bis drei Jahre dauert.
Im normgerechten Bemessungszustand nach DIN 4108-4 (23 °C / 80 % rel. Luftfeuchte) ist die Ausgleichsfeuchte von Ziegel mit unter 1 Volumenprozent bereits berücksichtigt — ein trockener, geschützter Bestand liegt also nahe am berechneten U-Wert.
Wie B-ThermIQ wirkt
B-ThermIQ setzt genau hier an — als Schutzbeschichtung, nicht als Dämmstoff:
Regen bleibt draußen. Mit der niedrigsten Wasseraufnahmeklasse W3 nach EN 1062-3 (0,04–0,05 kg/(m²·√h)) wird flüssiges Wasser nahezu vollständig am Eindringen gehindert.
Die Wand trocknet aus. Mit einem Sd-Wert von 0,16–0,17 m (Klasse SD2, diffusionsoffen, EN ISO 7783) kann Wasserdampf weiterhin nach außen entweichen — keine Feuchtefalle, kein Stau von Nässe.
Eine trockene Wand behält ihre planmäßigen bauphysikalischen Eigenschaften. So bleibt der Wärmeschutz erhalten, den die Wand im trockenen Zustand ohnehin haben soll, und der feuchtebedingte Mehrverlust wird vermieden.
Wo der Effekt zählt — und wo nicht
Den größten Nutzen bringt B-ThermIQ bei bewitterten, ungedämmten oder schwach gedämmten Bestandsfassaden in schlagregenexponierten Lagen. Bei einer fachgerecht gedämmten Fassade (z. B. WDVS) dominiert der Dämmwiderstand der Dämmschicht — dort ist der energetische Zusatznutzen aus dem Feuchteschutz gering.
Wichtig zur Einordnung: B-ThermIQ ist eine funktionale Schutzbeschichtung und kein Dämmstoff. Die Beschichtung besitzt keinen nennenswerten Wärmedurchlasswiderstand, erzeugt keinen besseren U-Wert als die Norm und ersetzt keine Wärmedämmung. Ihr Beitrag zum Wärmeschutz besteht darin, das Bauteil trocken zu halten und so die in DIN 4108-4 / EN ISO 10456 vorausgesetzten planmäßigen Materialeigenschaften zu sichern.
Quellen & Normbezug: Fraunhofer IBP / IEA Annex 24 (Regenwasseraufnahme ≈ 10 % Mehrverlust) · EN ISO 10456 (Feuchteumrechnung der Wärmeleitfähigkeit) · DIN 4108-4 (Bemessungswerte, Ausgleichsfeuchte) · EN 1062-3 (Wasseraufnahme, Klasse W3) · EN ISO 7783 (Sd-Wert, Diffusionsoffenheit).
